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Der Polaroid-spezifische Effekt, daß man unmittelbar nach dem fotografischen Akt ein Bild mit der Aura des Vergangenen, mit der Anmutung eines Fotos aus den 60ern in Händen hält, regte mich in dieser Serie zu einem Spiel mit der Zeit an. Die Serie „Zeit“ soll die chronologische Abfolge Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft des klassischen Zeitbegriffs synchron visualisieren. Der visuelle Transfer in die Vergangenheit geschieht also über die besondere farbliche und unvollkommene Retro-Ästhetik des Polaroid-Bildträgers, die Gegenwart wird über das Bildmotiv symbolisiert, die Motiveigenschaften verweisen auf die Zukunft. Die Gegenwart, sprich: der Moment der Aufnahme, ist im Rahmen einer späteren Betrachtung -wie z.B. in dieser Ausstellung- der am schwersten fassbare Zeitraum.Das Bildmotiv -Standardmenschen vor unscharfen Hintergründen- ist im Zeitenraum nicht näher zu verorten. Lediglich die beiden Zeitmarker Kleidung und Frisur verweisen auf (im Jahre 2009) zeitgenössische Aufnahmen mit einer Unschärfe von vielleicht ± 10 Jahren. So gesehen ist es in diesem Zeitraum theoretisch möglich, daß die Aufnahmen zum Zeitpunkt der Betrachtung auch entstanden sind. Die steife, symmetrische Körperhaltung der Menschen mit ihren entspannten Gesichtszügen und den geschlossenen Augen erinnert an Aufnahmen aufgebahrter Leichen; die Erscheinung der Menschen referenziert also einen zum Zeitpunkt der Aufnahme zweifellos Zustand dieser Menschen, den Tod. |